Haus eines Landwirtes und Winzers Das Haus ist aufgericht', gedeckt, gemauert ist es nicht; noch können Regen und Sonnenschein von oben und überall herein. Drum rufen wir zum Meister der Welt, er wolle von dem Himmelszelt nur Heil und Segen gießen aus hier über dieses Off'ne Haus. Zuoberst woll' er gut Gedeihn in die Kornböden uns verleihn, in die Stube Fleiß und Frömmigkeit, in die Küche Maß und Reinlichkeit, in den Stall Gesundheit allermeist, im Keller dem Wein einen guten Geist. Die Fenster und Pfosten woll' er weihn, daß nicht Unselig's komm herein, und daß aus dieser neuen Tür bald fromme Kindlein springen für. Nun, Maurer, deckt und mauert aus: der Segen Gottes sei im Haus!

Ludwig Uhland, 1812